Profil unserer Schule

Hörgeschädigte Kinder und Jugendliche sind keine einheitliche Gruppe. Deshalb gestalten wir unser Bildungsangebot so flexibel, dass es dem individuellen Förderbedarf jedes Kindes und Jugendlichen gerecht wird.

Eine bunte Zeichnung mit der großen Zahl 2035 und klein darunter JJG

Herzlich willkommen an der LVR-Johann-Joseph-Gronewald-Schule!

Wir laden Sie ein, sich auf einen Lernort für Kinder mit allen Formen einer Hörschädigung einzulassen. Als größte Förderschule Nordrhein-Westfalens mit rund 160 Menschen im Kollegium und knapp 1000 versorgten Kindern und Jugendlichen bedienen wir nicht nur das Kölner Stadtgebiet, sondern auch umliegende Gemeinden und (Kreis-)Städte. Etwa 230 Kinder und Jugendliche besuchen unseren Förderschulkindergarten oder unsere Förderschule, gegliedert in Primarstufe (ab Klasse 1) und Sekundarstufe I (ab Klasse 5). Rund 770 Kinder und Jugendliche fördern wir ab einem Alter von drei Monaten bis zum Schulabschluss in den Elternhäusern oder den wohnortnahen Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen, davon circa 320 Kinder in der Frühförderung und etwa 450 Schüler*innen im Gemeinsamen Lernen. Einen ersten Einblick über unsere Arbeit möchten wir Ihnen auf unserer Webseite bieten. Bleiben Fragen oder entsteht Beratungsbedarf, kontaktieren Sie uns mehr als gerne.

Individuelle Förderung für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche

Die LVR-Johann-Joseph-Gronewald-Schule mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation ist ein spezialisierter Lernort für Kinder und Jugendliche mit einer Hörschädigung und den damit verbundenen Herausforderungen in der Kommunikation.

Individuelle Förderung im Mittelpunkt

Wir wissen, dass hörgeschädigte Kinder und Jugendliche keine einheitliche Gruppe sind. Jedes Kind hat seine ganz eigenen Voraussetzungen – von der Art des Hörverlustes über frühere Förderungen bis hin zu den persönlichen Lebensumständen. Deshalb gestalten wir unser Bildungsangebot so flexibel, dass es dem individuellen Förderbedarf jedes Kindes und Jugendlichen gerecht wird.

Vielfalt in der Kommunikation

Unabhängig davon, ob Ihr Kind leicht oder hochgradig hörgeschädigt ist, bieten wir ein breites Spektrum an Kommunikationsmöglichkeiten an, das zu seinen Fähigkeiten passt. Unser oberstes Ziel ist der Spracherwerb (Lautsprache, Gebärdensprache, Schriftsprache). Dabei stimmen wir individuell ab, wie wichtig die Bereiche Hören, Absehen (Mundbildlesen), Sprechen und der Einsatz von Gebärden für Ihr Kind sind.

Wir sind da, wo wir gebraucht werden

Unsere Förderung begleitet Familien ab den ersten Lebensmonaten ihrer Kinder bis zu deren Schulabschluss:

  • Frühförderung: Wir unterstützen Sie und Ihr Kind zu Hause und im Kindergarten vor Ort.

  • Kindergarten: Wir fördern Kinder im Alter von zwei Jahren bis zur Einschulung.

  • Primarstufe : Die verlängerte Schuleingangsphase an unserer Primarstufe ermöglicht mehr Zeit für die Förderung mathematischer und schriftsprachlicher Kompetenzen im Anfangsunterricht. Dadurch beträgt die Grundschulzeit bei uns in der Regel fünf Jahre.

  • Sekundarstufe I: Ziel der Sekundarstufe ist es, die Schüler*innen zu einem eigenverantwortlichen und selbstständigen Leben und Handeln zu befähigen. Das schließt die Vorbereitung auf das spätere Berufsleben mit ein.

  • Gemeinsames Lernen: Wir begleiten Schülerinnen und Schüler auch im Rahmen der inklusiven Beschulung an verschiedenen Regelschulen.

Unsere pädagogischen Grundsätze

Die Achtung und Wertschätzung jedes Kindes ist die Grundlage unserer Arbeit. Wir nehmen alle Schüler*innen in ihrer Einzigartigkeit wahr und fördern sie gezielt. Um jedem gerecht zu werden, sind Flexibilität, Durchlässigkeit zwischen den Lerngruppen und individuelle Förderung unverzichtbar.

Zukunft gestalten

Unsere Schüler*innen sind vielfältig, daher ermöglichen wir den Erwerb unterschiedlicher Qualifikationen und Schulabschlüsse.

Neben der Vermittlung von Wissen und der Stärkung der Kommunikationsfähigkeit legen wir gleichberechtigten Wert auf:

  • Soziale Kompetenzen: Das Miteinander lernen und stärken

  • Selbstständigkeit: Die Befähigung zur eigenverantwortlichen Lebensführung

Das Ziel unserer Arbeit ist es, alle Schüler*innen dabei zu unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Dabei ist die Entwicklung eines starken Selbstwertgefühls und einer positiven Identität als hörgeschädigter Mensch entscheidend – als beste Voraussetzung für eine gelingende Teilhabe in der Gesellschaft und in der Gemeinschaft der Hörgeschädigten.

Erstkontakt und Frühförderung

Für viele Familien beginnt der Weg zur LVR-Johann-Joseph-Gronewald-Schule mit einer Empfehlung durch eine Uniklinik oder eine Arztpraxis. Diese erfolgt meist nach der Diagnostik einer Hörschädigung. Ab diesem Zeitpunkt begleitet unsere Frühförderung die Familien.

Angebote und Schwerpunkte:

  • Hausbesuche und Begleitung in Kindergärten

  • individuelle Hör- und Sprachförderung im häuslichen Umfeld

  • Beratung und Unterstützung der Eltern im Alltag

  • enge Zusammenarbeit mit Ärztinnen, Therapeutinnen und Kindergärten

  • Förderung der frühen Kommunikationsentwicklung (Laut- und Gebärdensprache)

Förderschul-Kindergarten

Kinder können ab dem U3-Alter in unseren hauseigenen Förderschul-Kindergarten aufgenommen werden. Hier werden sie in kleinen Gruppen betreut und gefördert – von der U3-Gruppe bis zum Schuleintritt.

Pädagogisches Konzept:

  • bimodal-bilingual: Förderung in Lautsprache und Deutscher Gebärdensprache

  • teiloffenes Konzept: Kinder wählen Spiel- und Lernorte flexibel, begleitet von Sonderpädagog*innen

  • ganzheitliche Entwicklungsförderung (Hören, Sprache, Bewegung, Wahrnehmung, soziales Lernen)

  • enge Elternarbeit und Übergangsbegleitung mit der und in die Vorschule

Vorschulgruppe

Im letzten Kindergartenjahr nehmen Kinder an der Vorschulgruppe teil, entweder direkt im Förderschul-Kindergarten oder in einer Gruppe aus Kindern aus externen Kindergärten.

Schwerpunkte:

  • gezielte Vorbereitung auf den Schriftspracherwerb (Buchstabenebene)

  • Förderung von Hörwahrnehmung und Gebärdenkompetenz

  • erste schulische Lernstrukturen (Tagesrhythmus, Gruppenarbeit, Konzentration)

  • spielerische Förderung von Motorik und sozialem Lernen

  • enge Zusammenarbeit mit Eltern und Primarstufe

Primarstufe (Grundschule an der Förderschule)

In der Primarstufe unterrichten wir derzeit 94 Schüler*innen in neun Klassen der Stufen 1 bis 4. Der Unterricht erfolgt entweder zielgleich (nach Grundschulrichtlinien) oder zieldifferent (nach den Richtlinien der Bildungsgänge Lernen oder Geistige Entwicklung). Wir unterrichten in individuellen Sprachlerngruppen, entweder lautsprachlich orientiert, das heißt Deutsch mit lautsprachunterstützenden Gebärden (LUG) oder bimodal-bilingual orientiert, das heißt sprachintegrativ mit Deutsch und Deutscher Gebärdensprache (DGS).

Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10)

In der Sekundarstufe I werden die Schüler*innen in den Bildungsgängen "Hauptschule", "Lernen" und "Geistige Entwicklung" unterrichtet – je nachdem, welche individuellen Lernvoraussetzungen sie mitbringen. Je nach Anzahl der Schüler*innen gibt es ein oder zwei Klassen pro Jahrgangsstufe. In jeder Klasse lernen acht bis 13 Schüler*innen.

Bei der Bildung von Parallelklassen werden die Gruppen entweder nach ihrer vorrangigen Kommunikationsform (Lautsprache oder Deutsche Gebärdensprache) oder dem Lern- und Leistungsvermögen der einzelnen Schüler*innen eingeteilt.

Unser Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen zu einem eigenverantwortlichen und selbstständigen Leben und Handeln zu befähigen. Sie sollen auf eine Berufsausbildung oder den Besuch einer weiterführenden Schule bestmöglich vorbereitet werden.

Gemeinsames Lernen

Kinder mit dem Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation können auch im Gemeinsamen Lernen an einer wohnortnahen Schule unterrichtet und gefördert werden. Dabei arbeiten wir mit den Schulen vor Ort, den Eltern und gegebenenfalls weiteren Akteur*innen im multiprofessionellen Team eng zusammen. Unser oberstes Ziel ist es, Ihrem Kind zu einer möglichst selbstständigen Teilhabe am Unterricht zu verhelfen und den Aufbau sicherer Kommunikationsstrategien zu fördern.

Wir führen Einzelförderungen durch und beraten Ihr Kind direkt zu Fragen des Lernens und der Kommunikation. Gleichzeitig stehen wir Ihnen als Eltern beratend zur Seite, wenn es um Entwicklung, Hörtechnik und mögliche Förderwege geht. Auch die Lehrkräfte vor Ort unterstützen wir aktiv, indem wir sie zur optimalen Unterrichtsgestaltung und Differenzierung beraten.

Unser Schulzuständigkeitsbereich (Einzugsgebiet)

Das Einzugsgebiet unserer Schule umfasst folgende Stadt- und Kreisgebiete:

  • Rhein-Erft-Kreis

  • Teile des Kreises Euskirchen

  • Bonn

  • Köln

  • Leverkusen

  • Rheinisch-Bergischer Kreis

  • Rhein-Sieg-Kreis

  • die meisten Gebiete des Oberbergischen Kreises

Die Betreuungsgebiete der Frühförderung und der Abteilung "Gemeinsames Lernen" variieren in einzelnen Bereichen und werden zum Teil durch andere Schulen mit dem Förderschwerpunkt "Hören und Kommunikation" abgedeckt.